Hier ist die Webseite für

Dampf--freaks

Lokomotiven des DEV (Deutscher Eisenbahn Verein)
(der ersten deutschen Museumseisenbahn
von Bruchhausen-Vilsen nach Asendorf)

Seite 1: Kurzbeschreibungen

Die Soundaufnahmen sind in den Tabellen auf den Seiten ab dem Jahr 2003 + folgende zu hören.

Lok HOYA mit Personenzug Nr. 7 Abfahrt am Haltepunkt Vilser Holz, um 14:19h am 26.05.2007


Als optisches Intro zu den DEV-Seiten ein für diese Strecke geradezu absolut klassisches Foto:
Lok HOYA  des DEV - auf ihrer schon immer angestammten Bahnstrecke - mit Personenzug Nr.7 Abfahrt am Haltepunkt Vilser Holz, um 14:19h am 26.05.2007
Hier “stimmt” alles: Lok, Zug, Landschaft Strecke usw... eben einfach alles, auch DAS hier:
synchron zum Sound: cd190-06.

Es dauerte zuvor etwa 30 Jahre, als ich nach meinem ersten Besuch bei der uns allen wohl bekannten Bahn in der Nähe von Bremen feststellte, dass es hier phantastischen Sound zu genießen und “abzuholen” gab. Die Züge sind regelmäßig lang genug, gut gefüllt und werden immer stark gefahren, da es dem ehrenamtlichen Personal der Bahn sichtlich viel Spaß macht, die vielen zahlenden Touristen zu beeindrucken. Es dauerte nämlich bis Pfingsten in 2003, bis ich endlich die Gelegenheit hatte, an der “Frühlings-Pfingsten-Sonderveranstaltung” erstmalig tontechnisch teilzunehmen. An normalen Betriebstagen (Wochenenden im Sommer) sind die dampfgeführten Züge nicht sehr zahlreich (maximal 3 pro Richtung), trotzdem lang genug. Hierbei machte ich auch mal einen Kurzbesuch im Sommer 2001 (siehe Fotos-Seite 1979-2001). Aber zu Sonderveranstaltungen ging es dann immer richtig zur Sache:
Während Pfingsten 1979 noch immerhin 4 Lokomotiven im täglichen Einsatz waren, konnte im Jahre 2003 leider nur mit den Lokomotiven “HERMANN” und “FRANZBURG” gefahren werden. Die anderen Lokomotiven kamen in den Jahren ab 2004 dann wieder so nach und nach auch im Rahmen der “Pfingsten-Evemts” zum Vorschein und... vor mein Mikrofon.

Auf den Seiten des DEV, der sich schlicht und einfach nur die Domain  “museumseisenbahn.de”  reserviert hat, kann man alles über die Geschichte der hier vorgestellten Lokomotiven, der Bahn sowie Streckenbeschreibungen nachlesen, so dass ich dieses hier nicht so sehr viel wiederholen möchte. Ein Besuch der web-Seiten des DEV ist sehr empfehlenswert, natürlich sichert und unterstützt jeder zahlende Besucher der Bahn auch ihren Betrieb, also” nix wie hin”. Nur die Beschreibungen der von mir aufgenommenen Lokomotiven zitiere ich hier.
Also, los geht es, zunächst die Beschreibungen der Loks, dann ein paar optische Eindrücke (natürlich von mir selbst fotografiert) von 1979 bis 2001, letztendlich sehr schöner Sound auf den Seiten ab dem Jahr 2003. Viel Spaß beim Genießen!

Beschilderung der DEV-Werkstätte in Bruchhausen-Vilsen

Beschilderung der DEV-Werkstätte in Bruchhausen-Vilsen

An dieser Stelle noch einge Daten zu den Lokomotiven des DEV:

Lokomotive FRANZBURG
Lokomotive FRANZBURG des DEV
Name: "FRANZBURG"
Hersteller: Vulcan Stettiner Maschinenbau-AG, Abt. Lokomotivbau, Stettin-Bredow
Bauart: Bn2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Fabrik-Nr: 16363
Baujahr: 1894
ehemalige Heimatbahn: AG Franzburger Kreisbahnen, Deutsche Reichsbahn (DR)


Die Lok “FRANZBURG” hatte ja die Ehre, recht lange unter Reichsbahn-Systemnummer zu fahren. Hier nun auch die dazugehörige Baureihen-Beschreibung aus dem bekannten Buch (Taschenbuch, Deutsche Schmalspur-Dampflokomtiven, ehemals Franckh-Verlag) mit dem historischen Stand von 1970:


Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 560 - heute Lok FRANZBURG als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 1
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 560 - heute Lok FRANZBURG als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 1
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 560 - heute Lok FRANZBURG als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 2
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 560 - heute Lok FRANZBURG als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 2

Geschichte der Lokomotive:
Durch das Eisenbahnunternehmen Lenz&Co. in Auftrag gegeben, entstanden zwischen 1893 und 1902 insgesamt 38 Lokomotiven der Gattung i, Typ "Pommern". Die Lok 4i befand sich neben fünf weiteren Maschinen auf der Franzburger Kreisbahn. Sie ist als mustergültiges Beispiel für die Robustheit des Typs Pommern anzusehen, war sie doch bis 1969 aktiv auf ihrer Stammstrecke nahe der Ostsee im Dienst, zuletzt durch die Deutsche Reichsbahn als 99 5606 bezeichnet.
Nach Abbau der Bahnanlagen gelangte sie zusammen mit zwei Güterwagen (heute DEV 31 und 146) in die Bundesrepublik. Als Kinderspielzeug bunt bemalt, fristete sie hier ihr Dasein auf dem Gelände des Freizeitpark Minidomm bei Düsseldorf. 1980 wechselte der komplette Zug im Tausch gegen eine Dampflok französischer Herkunft zur Museumseisenbahn. Nach Durchsicht der Lok begann die Werkstatt des DEV mit der Aufarbeitung, und am 19. Juni 1982 fuhr die FRANZBURG nach einer feierlichen Taufe erstmals planmäßig nach Asendorf.
Die Chronik:

Lokomotive HERMANN
Lokomotive HERMANN des DEV Lokomotive HERMANN des DEV
Name: "FRANZBURG"
Hersteller: Hohenzollern, AG für Lokomotivbau, Düsseldorf-Grafenberg
Bauart: Cn2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Fabrik-Nr: 2798
Baujahr: 1911
ehemalige Heimatbahn: Kreis Altenaer Eisenbahn AG


Geschichte der Lokomotive:
HERMANN kam als zweite Dampflokomotive der Museumseisenbahn 1968 betriebsunfähig von der stillgelegten Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) nach Bruchhausen-Vilsen.
Die Lokomotivfabrik Hohenzollern, Düsseldorf, lieferte zwischen 1887 und 1916 insgesamt 16 Lokomotiven dieses Typs an die Kreis Altenaer Schmalspurbahn (die spätere KAE) im Sauerland. Nachdem HERMANN beim DEV zunächst wegen fehlender Mittel abgestellt bleiben musste, wurde die Lok 1978 zur Lokomotivfabrik Jung in Kirchen an der Sieg transportiert. In Zusammenarbeit mit der österreichischen Hauptwerkstätte Knittelfeld, welche den Kessel teilweise neu anfertigte, gelang Jung die Reaktivierung der Maschine. Im Rahmen einer Feierstunde wurde die Lok auf dem Werksgelände in Empfang genommen und am 30. April 1979 feierlich auf den Namen HERMANN getauft und wieder in Dienst gestellt.
Die Chronik:

Lokomotive PLETTENBERG
Lokomotive PLETTENBERG des DEV
Name: "PLETTENBERG"
Hersteller: Henschel & Sohn, Lokomotivfabrik, Kassel
Bauart: Bh2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Fabrik-Nr: 20822
Baujahr: 1927
ehemalige Heimatbahn: Kreis Altenaer Eisenbahn AG


(zitierte...) Infos zu dieser Lokomotive:
"Diese Maschine vertritt die Gattung der einst recht verbreiteten Trambahndampflok. Diese Bauart wurde für Bahnen entwickelt, deren Betriebsanlagen überwiegend mit Rillenschienen auf öffentlichen Straßen verlegt waren. Charakteristisch ist dabei das zur Verhütung von Unfällen verkleidete Fahrwerk sowie der kastenförmige Aufbau, welcher dem Lokführer durch seinen Führerstand seitlich des Langkessels eine bessere Streckenübersicht bot."
Die Chronik:

Lokomotive SPREEWALD
Lokomotive SPREEWALD des DEV
Name: "SPREEWALD"
Hersteller: Arnold Jung GmbH, Lokomotivfabrik, Jungenthal b. Kirchen (Sieg)
Bauart: 1Cn2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Fabrik-Nr: 2519
Baujahr: 1917
ehemalige Heimatbahn(en): Pillkaller Kleinbahnen, Schloßberger Kleinbahnen,
Spreewaldbahn AG, Deutsche Reichsbahn (DR)



Auch für die SPREEWALD gab es zur (Ost-) Reichsbahnzeit eine eigene Bauart-Beschreibung, natürlich ebenfalls mit Stand von etwa 1970:


Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 563 - heute Lok SPREEWALD als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 1
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 563 - heute Lok SPREEWALD als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 1
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 563 - heute Lok SPREEWALD als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 2
Kurzbeschreibung ex Baureihe 99 563 - heute Lok SPREEWALD als einzige betriebsfähige Museumslok der Baureihe - Teil 2

Informationen zur Lokomotive:
1971 konnte nach langen Verhandlungen mit dem Verkehrs- und dem Handelsministerium der DDR die vierte Lok des DEV angekauft werden.
Sie ist von der Lokomotivfabrik Jung in Kirchen an der Sieg gebaut und an die in Ostpreussen gelegene Pillkaller Kleinbahn mit der Betriebsnummer 23 geliefert worden. Pillkallen, dass ab ab 1938 Schloßberg hieß, liegt in Nordostpreußen bzw. der russischen Enklave Kaliningrad/Königsberg. Nach Ende des zweiten Weltkrieges befand sich die Maschine bei der Spreewaldbahn, wo sie die Nummer 09-27 erhielt. Nach der Verstaatlichung der Spreewaldbahn durch die Deutsche Reichsbahn erhielt die Lok die Nr. 99 5631, welche noch 1952 in 99 5633 geändert wurde.
Nach Stilllegung der Strecke 1970 kam die Lok, hauptuntersucht durch das Betriebswerk Wernigerode, in die Bundesrepublik zur Museumseisenbahn, wo die Lok seit 1971 unter dem Namen SPREEWALD eine weitere Stütze des Museumsbetriebes darstellt.
Die Chronik:

Lokomotive HOYA
Lokomotive HOYA des DEV
Name: "HOYA"
Hersteller: Hanomag; Hannoversche Maschinenbau AG, vormals Georg Egestorff, Hannover-Linden
Bauart: Cn2t
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Fabrik-Nr: 3341
Baujahr: 1899
ehemalige Heimatbahn: Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf, Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya GmbH


(zitierte...) Infos zu dieser Lokomotive:
"Die Lokomotiven BRUCHHAUSEN, HOYA, SYKE, VILSEN und ASENDORF wurden im Jahre 1900 bei der Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf fabrikneu in Dienst gestellt. 1912 folgte noch die bauartgleiche Lok BÜCKEN. Als das Landeskleinbahnamt Hannover den Betrieb der HSA führte, erhielten die Lokomotiven die Betriebsnummern 31 bis 35.
Für die ersten Jahre der Museumseisenbahn stand die von der VGH geliehene Lok BRUCHHAUSEN zur Verfügung. Wegen fehlender finanzieller Mittel war es aber dem recht jungen Verein nicht möglich, die 1967 fällige Hauptuntersuchung der Maschine auszuführen. Daher wurde die Lok 1971 als Denkmal neben der Kreuzung am Bahnhof Bruchhausen-Vilsen aufgestellt, später dann im dort neu erstellten Straßen-Kreisverkehr.
Nachdem 1967 die Hauptuntersuchung an der Lok BRUCHHAUSEN abgelaufen war, halfen die VGH und überließen dem DEV ihre noch vorhandene Lok HOYA. Mit einer Überholung durch das Bundesbahn-Ausbesserungswerk Bremen versehen zog die HOYA danach für lange Zeit die Museumszüge. Von 2001 bis Anfang 2006 befandt sich die Lok in einer umfangreichen Aufarbeitung, die zum 1. Mai 2006 abgeschlossen werden konnte.
Die Chronik:

Außerdem noch eine Besonderheit: Das auf dem letzten Foto dieser Seite hinten links zu sehende SWR-Fernsehteam machte gerade an allen Tagen des Pfingst-Wochenendes 2007 umfangreiche Aufnahmen mit zwei Kamerateams über den DEV für die Sendung “Eisenbahnromantik”. Man lief sich mit denen sozusagen fast ständig überall “Stativ-schleppend” über die Füße, gegenseitige Störungen gab es aber trotzdem fast nicht. Das passierte nur einmal, als die “Kamera-den” nicht bemerkten, dass wir ganz nah im Gebüsch zwischen den Bäumen versteckt waren. Bevor deren Kamera eingeschaltet wurde, die eigentlich schon rechtzeitig bereit stand, musste noch über irgendwelches unwichtiges Zeugs (hatte überhaupt nichts mit dem Filmen und mit dem DEV zu tun!) blöd laut gequatscht werden. Unsere digitalen Soundgeräte liefen ja schon längst. Nun ja - konnten sie eben nicht sehen und hatten uns einfach nicht bemerkt - ist damit entschuldigt - akzeptiert...:-).
Für das SWR-Filmteam wurde auch die Sache mit dem Aufbocken der Normalspurgüterwagen durch HOYA gestellt (siehe DEV-Seite von 2007).